Gedanken zum Jahresende

Selbstportrait mit Mund-Nasen-Schutz

Was für ein turbulentes Jahr! Vor ein paar Monaten noch unter den Letzten im „COVID-Ranking“. Vor ein paar Wochen dann Tausende „Freiheitskämpfer“ in der Innenstadt. Nun die Spitzenposition der 7-Tage-Inzidenzen im Land. Wie´s bloß kommt?

Mein Dank gilt all denen, die sich unermüdlich unter großen persönlichen Einschränkungen dem Gesundheitsschutz der Bevölkerung widmen: den Gesundheitsbehörden, dem Pflegepersonal, Ärztinnen und Ärzten – in Ambulanzen, Kliniken und speziell auf den Intensivstationen, in Pflegeheimen.
Danke für ihren unermüdlichen Kampf gegen eine Pandemie, die es angeblich nicht gibt. Oder die eigentlich ganz harmlos ist, wenn man nicht gerade zu den Todesfällen oder Langzeitgeschädigten gehört.

Ich danke auch den Polizistinnen und Polizisten, die schon immer den anstrengenden Job hatten, den Unbelehrbaren die Welt zu erklären, sich nun aber vor ganz neue Herausforderungen gestellt sehen.

Das erinnert mich an die Worte von Dietrich Bonhoeffer:
„Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit. […] Gegen die Dummheit sind wir wehrlos. Weder mit Protesten noch durch Gewalt lässt sich hier etwas ausrichten; Gründe verfangen nicht; Tatsachen, die dem eigenen Vorurteil widersprechen, brauchen einfach nicht geglaubt zu werden – in solchen Fällen wird der Dumme sogar kritisch – und wenn sie unausweichlich sind, können sie einfach als nichtssagende Einzelfälle beiseitegeschoben werden. […]“

An dieser Stelle ein paar Überlegungen für alle Pandemie-Leugner und Maskenverweigerer:
Es ist eine Sache für Freiheitsrechte einzutreten. Auch wenn es bei Ihnen scheinbar Verständnisschwierigkeiten darüber gibt, was Freiheit überhaupt ist und wem sie wann in welchem Maße zusteht. Das Prinzip der Güterabwägung scheint Ihnen entweder nicht geläufig, oder das Recht auf Leben und Gesundheit rangiert bei Ihnen nicht sonderlich hoch. Schade!

Es ist eine ganz andere Sache, an einer respiratorischen Insuffizienz zu versterben. Sollte es bei Ihnen je soweit kommen – und ich wünsche es Ihnen nicht! – dann nutzen Sie doch bitte Ihre Freiheit und übernehmen Sie 1 Mal Verantwortung. Und verzichten Sie auf das letzte freie Beatmungsgerät ebenso großzügig, wie Sie auf diesen ganzen präventiven „Schnickschnack“ wie Mund-Nasen-Schutz und AHA-Regeln verzichtet haben. Zugunsten eines bedürftigen Mitmenschen. Danke im Voraus!

Allen anderen wünsche ich: Bleiben Sie gesund!

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