Black Friday – Bad-Hair-Day: Was mir heute sonst noch so passierte

Haarige Angelegenheit

Ich hatte eben die Onlinebestellung abgeschlossen, als mir – als „guter Kundin“ – eine Vielzahl von Partnerofferten zur Auswahl präsentiert wurden. Vom Probe-Abo der LVZ bis zum Rabattcoupon für Ernsting‘s family war wieder alles dabei. Doch mein Blick blieb an einem unsagbar günstigen Angebot für eine Haarmineralanalyse durch ein Deutsches Fachlabor kleben: 70 Mineralien für weniger als 30 Euro.

Ich gebe zu: da zog auch bei mir das „Black-Friday-feeling“.

Allerdings – und weil ich von Haus aus skeptisch bin – habe ich die Buchung über den Aktionslink nicht sofort durchgeführt. Stattdessen habe ich mich erst einmal auf der Website des besagten Fachlabors zu informieren versucht.

Was nicht einfach war. Visuell durchaus ansprechend wurde vermittelt, wie viele Analysen das Institut jährlich durchführt, wie unkompliziert der Test für den Probanden abläuft und auf was man alles getestet werden kann.

Rechtlich einwandfrei wurde gleich auf der Startseite darauf hingewiesen, dass es sich bei dem Messverfahren um ein wissenschaftlich noch nicht anerkanntes – herrliche Formulierung! – Verfahren handelt. Das allein schreckt mich nicht ab – es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die faszinieren den Laien und wundern den Fachmann. Das ist okay. Wer heilt, hat recht.

Im Impressum wurde ich dann doch noch etwas genauer über die Art der Messmethode informiert – wer suchet, der findet. Es handele sich um ein quantenphysikalisches Verfahren. Na gut. Ich habe nichts gegen die Quantenphysik – ich schätze Heisenberg und Schrödinger durchaus. Nur weiß ich auch, dass es bei der Quantenphysik um Wahrscheinlichkeitsaussagen geht.

Blieb also für mich die Frage, ob es mir die 30 Euro wert waren zu wissen, welche Mineralien wahrscheinlich in meinem Haar zu viel oder zu wenig sind. Damit ich anschließend meinen Mineralhaushalt mit den vom gleichen Institut eigens hergestellten Supplementen optimieren kann.

Ja – die 30 Euro waren es mir wert. Bestellung abgeschickt, Anleitungsbogen für das Einsenden der Probe runtergeladen.

Jetzt kommt´s:

Für die Analyse reichen 10 Haare und es spiele überhaupt keine Rolle, ob diese gefärbt sind oder nicht. Aber trocken müssen sie unbedingt sein, weshalb man sie nach dem Abschneiden in eine selbst beschaffte Plastiktüte legen soll. – ??? – ???!

(Andere Labors liefern für die Untersuchung eigens ein Testkit und weisen ausdrücklich daraufhin, dass das Haar nicht gefärbt, blondiert oder dauergewellt sein sollte, um das Messergebnis nicht zu verfälschen.)

Nächster Schritt: Widerruf abgeschickt, Geld zurückgeholt.

Der Kundenservice lässt mich als Reaktion auf meinen Widerruf wissen, dass das Unternehmen weltweit jährlich über 10.000 Analysen durchführt.

Das finde ich beunruhigend!

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