Borreliose – das „Chamäleon“ unter den Infektionskrankheiten

Wanderer in Shorts im Zecken-Risikogebiet
Wandern in der Rhön, einem Zecken-Risikogebiet

Es ist wieder soweit: das schöne Wetter lockt ins Grüne! Und mit dem Aufenthalt im Freien steigt das Risiko für eine heimtückische Infektionskrankheit – die Borreliose.

Borreliose – Faktencheck:

Infektionen:      zwischen 9.000 und 14.000 pro Jahr in Deutschland (Quelle:nature)

Erreger:             Borrelia burgdorferi

Übertragung:    vorwiegend durch den Stich der Schildzecke (Ixodes ricinus). Je länger sich die Zecke auf der Haut festsaugt, desto größer das Infektionsrisiko. Eine Übertragung durch andere Insekten wie stechende Fliegen, Mücken oder Bremsen scheint ebenfalls möglich zu sein, ist aber vergleichsweise selten.

Risikogebiete:   siehe FSME-Risikogebiete beim Robert-Koch-Institut

Hauptsaison:    März bis Oktober mit Peak im Juli; bei warmen Temperaturen auch früher bzw. später

Besonders gefährdet:   Die Ixodes-Zecke liebt es bequem: sie läuft nicht auf den Menschen zu oder springt ihn an, sondern wartet gemütlich auf einem Grashalm, im Gebüsch oder auf herumliegendem Totholz, bis sie von Passanten im Vorbeigehen abgestreift wird. Daraus leiten sich besonders gefährdete Personenkreise ab: spielende Kinder und Wanderer abseits der Wanderwege.

Prävention:       Lange Hosen/langärmelige Kleidung/festes Schuhwerk beim Wandern; Einsatz von sogenannten Repellents wie z. B. Anti Brumm Spray

Die Krankheitsphasen

Klassisch werden bei der Borreliose 3 Stadien unterschieden:

Stadium I:          Kennzeichen ist hier die Wanderröte (Erythema migrans), die sich zentrifugal um die Einstichstelle ausbreitet. Sie kann Tage bis Wochen nach dem Zeckenstich auftreten, der dann unter Umständen längst in Vergessenheit geraten ist. Begleiterscheinungen können, müssen aber nicht sein: Fieber, Lymphknotenschwellungen, Kopf-, Glieder-, Gelenkschmerzen oder Bindehautentzündung. Vielleicht fühlen Sie sich auch einfach irgendwie schlapp und wissen nicht so recht, warum.

Stadium II:         Man spricht hier von der Neuroborreliose. Bei manchen Menschen setzt die Erkrankung gleich in diesem Stadium ein, weil bei ihnen weder die Wanderröte (stark) ausgeprägt war, noch irgendwelche der o.g. Begleiterscheinungen aufgetreten sind. Bei anderen tritt sie Wochen bis Monate nach der (längst vergessenen) Erstmanifestation auf. Plötzlich leidet der Betroffene unter brennenden Muskelschmerzen oder Lähmungen, sieht vielleicht unscharf oder Doppelbilder oder hat sonstige neurologische Ausfälle wie z. B. eine Lähmung des Gesichtsnervs. V.a. bei Kindern kann es zu Meningitis oder einem Borrelien-Lymphozytom mit blauroter Schwellung am Ohrläppchen kommen. Oder es machen sich Herzbeschwerden wie Herzstolpern oder Herzrasen bemerkbar.

Stadium III:        Monate bis Jahre nach der Infektion kommt es zur sogenannten Lyme-Arthritis und einer chronischen Hautentzündung namens Acrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer. Das lässt nichts Gutes ahnen!

Bevorzugte Lokalisationen der Arthritis sind die Kniegelenke, aber auch Sprunggelenke, Ellenbogen-, Finger-, Zehen-, Handwurzel- und selten Kiefergelenke.

Die Hautentzündung tritt oft an Händen und Füßen auf. Hier kommt es zunächst zu einem Anschwellen der Körperregion und im weiteren Verlauf zu einem Gewebeschwund, bis die Haut dünn wie Pergamentpapier und bläulich verfärbt ist.

In diesem Stadium kommt es vermehrt zu Polyneuropathien mit Schmerzen und Kribbeln der betroffenen Extremität. Desweiteren treten auf: chronische Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Muskel- und Skelettschmerzen.

Die Therapie

Ist die Diagnose mittels Laborwerten aus dem Serum oder Liquor gesichert, setzt standardmäßig eine Antibiotika-Therapie ein. Diese kann, muss aber nicht in jedem Fall zum gewünschten Erfolg führen. Sie kann die Symptomatik vorübergehend auch verschlimmern (Jarisch-Herxheimer-Reaktion).

Und nun?

Fortsetzung folgt…

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