Das Ende der „Fünften Jahreszeit“ – sollte ich nun fasten?

Nach den Schlemmertagen von Weihnachten und dem feucht-fröhlichen Treiben der närrischen Zeit nehmen sich viele Menschen nun vor zu fasten. Einige sehen darin einen religiösen Aspekt im Hinblick auf Ostern, andere wollen einfach mal „entschlacken“. Und irgendwie ruft ja auch der Frühling nach Aufbruch, nach Veränderung, nach Loslösung aus eingefahrenen Gleisen…

Es gibt gute Gründe, die für eine Fastenkur sprechen. Da wären zum Beispiel:

  • die Entlastung der Entgiftungsorgane Leber, Nieren und Darm (was übrigens auch Allergikern zugutekommt)
  • die seelische Komponente der „Reinigung“ und das „Nicht-Konsumieren“
  • die Verringerung von Übergewicht (wenngleich das beim Heilfasten nicht im Fokus steht)

Ist Fasten aber etwas für Jedermann/frau?

Ich beobachte häufig, dass gerade diejenigen, die kaum Reserven haben, peinlich genau auf Diäten und Fastenkuren bedacht sind. Sie stochern morgens in ihrem Müsli mit Quark herum und klagen darüber, dass sie immer frieren. Oft liegt mir dann auf den Lippen: „Mensch, iss doch lieber mal ein Steak (… oder eine Haxe – wie mein Mann sagen würde)“ – die Veganer mögen mir verzeihen…

Interessant in diesem Zusammenhang finde ich, dass in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) dem reinen Fasten – also dem Verzicht auf Nahrung – eine eher untergeordnete Bedeutung zukommt. Man kennt Fasten dort so gut wie gar nicht. In der TCM dient ein individuell erstellter Ernährungsplan dazu, Defizite oder Überschüsse auszugleichen und somit dem einzelnen Menschen genau das zu geben, was er braucht.

Einem chronisch „Unterkühlten“ würde man demnach keine thermisch kühlenden Lebensmittel (wie z. B. Quark) empfehlen. (Und schon gar nicht den Verzicht auf Nahrung!) Vielmehr achtet man hier darauf, dem Körper so gut es geht Energie zuzuführen. Fasten kann das logischerweise nicht leisten, denn es erzeugt ja naturgemäß einen Mangel.

Was kann man also auf die Frage „Sollte ich fasten?“ antworten?

Wenn Sie sich unausgeglichen fühlen, unter Schlafstörungen leiden, müde und abgeschlagen sind, dann lohnt sich auf jeden Fall ein kritischer Blick auf Ihre Ernährungsgewohnheiten. Ob dann aber die traditionelle Fastenkur das Richtige für Sie ist, sollten Sie besser mit einem erfahrenen Therapeuten besprechen.

In diesem Sinne: Einen guten Start ins Frühjahr!

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